Mumps beim Baby und Kleinkind

Mumps (auch Ziegenpeter genannt) ist eine der typischen Kinderkrankheiten, die meist bei Schulkindern auftreten. Die Krankheit ist weltweit verbreitet und verzeichnet ca. 550.000 Neuinfektionen pro Jahr. Typischerweise erkranken Kinder zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr, wobei es Jungen etwa doppelt so häufig trifft wie Mädchen. Mumps ist eine Virusinfektion im Nasen-Rachen-Raum, die Erreger (Mumps-Viren) sind im Blut und im Speichel gut nachweisbar. Der Virus verbreitet sich ausschließlich von Mensch zu Mensch über Schmier- und Tröpfcheninfektion.

Wichtiges in Kürze

Inkubationszeit: 12-25 Tage, durchschnittlich etwa 2 Wochen

Ansteckungszeitraum: 3 Tage vor bis 9 Tage nach Beginn der Drüsenschwellung

Durch die Erkrankung erworbene Immunität: lebenslang

Vorbeugen: Impfung ab dem 12. Lebensmonat in Kombination mit Masern und Röteln (MMR)

Mumps© uwimages - FotoliaMumps Symptome - Typische Hamsterbacken und Fieber

Das Hauptsymptom von Mumps, eine Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, ist relativ leicht erkennbar. Zuvor treten jedoch schon die typischen Begleiterscheinungen wie mäßiges Fieber, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen beim Kind auf. Schwillen die Ohrspeicheldrüsen beidseitig an, was in 75% der Fälle geschieht, sieht und spricht man von so genannten "Hamsterbacken". Mit Fortschreiten des Entzündungsprozesses steigt auch das Fieber bis zu 40 Grad Celsius an. Das Kind ist dann im Nasen-Mund-Rachen-Raum extrem empfindlich und hat Schmerzen beim Kauen und Schlucken. Ist zusätzlich die Bauchspeicheldrüse betroffen, leidet das Kind an Durchfall, Bauchschmerzen und Erbrechen.

Wichtig: In 30-40% der Fälle verläuft Mumps ohne Symptome. Trotzdem besteht auch dann eine akute Ansteckungsgefahr.

Eine Mumps-Erkrankug ist trotz Impfung möglich
Auch eine korrekt durchgeführte zweifache Grundimmunisierung schließt eine Mumps-Erkrankung nicht aus. In den letzten Jahren sind immer wieder Fälle bekannt geworden, bei denen geimpfte Kinder an Mumps erkrankten. Deshalb sollte man trotz Impfung Abstand zu an Mumps erkrankten Personen halten.

Mumps Symptome bei Erwachsenen sind stärker ausgeprägt

Mumps kann ebenso bei älteren Kindern und Erwachsenen auftreten, wenn sie nicht geimpft sind oder noch nicht die Mumps-Krankheit hatten. Die Symptome bei Erwachsenen sind generell dieselben wie bei Kindern. Jedoch fallen Begleiterscheinungen wie Fieber und Gliederschmerzen in der Regel stärker aus.

Risiken und Komplikationen - Ausbreitung auf andere Körperbereiche

Mumps wird dann gefährlich, wenn sich die Viren auf andere Drüsen und Körperbereiche ausbreiten und dort Entzündungen hervorrufen. Folgende Körperteile können befallen werden:

  • Bauchspeicheldrüse (Pankreas) - Risiko: Entzündung der Bauchspeicheldrüse unter Erbrechen und Bauchschmerzen
  • Zentrales Nervensystem (ZNS) - Risiko: Meningitis oder Enzephalitis
  • Hoden - Risiko: Hodenentzündung

Weiterhin kann Mumps durch die Entzündung der Ohrspeicheldrüse in schweren Fällen zu einer Ertaubung führen.

Symptomatische Behandlung von Mumps

Die Behandlung der Krankheit erfolgt symptombasiert, d.h. Begleiterscheinungen wie Fieber und Schmerzen werden mit fiebersenkenden und schmerzlindernden Medikamenten (Paracetamol, Ibuprofen) behandelt.

Erkrankung vorbeugen durch MMR-Impfung

Die Vorbeugung von Mumps erfolgt hierzulande durch eine aktive Immunisierung (Impfung) ab dem 11./12. Lebensjahr in zwei Teilimpfungen mit abgeschwächten Mumps-Viren. Meist wird die Mumpsimpfung im Rahmen der MMR-Impfung (Masern-Mumps-Röteln) vorgenommen.

Impfkalender

Quellen:

Pschyrembel, Medizinisches Wörterbuch, 364. Auflage, 2013.

http://www.was-ist-mumps.de/

Bildnachweis:

Mumps - uwimages-Fotolia.com

Stand: 25.10.2016