Masern beim Baby & Kind

Masern sind hochgradig ansteckend und treten vorwiegend im Kleinkindalter auf. Häufig wird die Krankheit auch als typische Kinderkrankheit bezeichnet. Jedoch können auch Jugendliche und Erwachsene von der Virusinfektion betroffen sein, wobei die Krankheit im höheren Alter häufiger mit Komplikationen einhergeht. Zwar ist die Häufigkeit der Erkrankung in Deutschland durch Impfungen in den letzten Jahren zurückgegangen, aber es kommt immer wieder zu Häufungen von Krankheitsfällen bei nicht geimpften Personen. Umso wichtiger ist deshalb ein ausreichender Impfschutz.

Wichtiges in Kürze

Inkubationszeit: 9-12 Tage
Ansteckungszeitraum: 5 Tage vor bis 4 Tage nach Auftreten des Hautausschlags
Durch die Erkrankung erworbene Immunität: lebenslang
Vorbeugen: Impfung zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat, meist in Kombination mit der Impfung gegen Röteln und Mumps (MMR).

Masern - Auslöser sind Pramyxoviren

Bei Masern handelt es sich um eine Virusinfektion. Das Virus ruft nur bei Menschen diese Krankheit hervor und stammt aus der Familie der Paramyxoviren. Übertragen werden Masern per Tröpfcheninfektion, zum Beispiel durch Husten, Niesen oder Sprechen.

Das Virus befällt vor allem die Zellen des Nerven- und Immunsystems und gelangt über die Schleimhäute der Atemwege und seltener auch über die Bindehaut des Auges in den Körper. Das Masernvirus breitet sich sehr schnell aus, bereits kurzer Kontakt mit einem Erkrankten reicht für eine Ansteckung aus. Fünf Tage vor bis vier Tage nach dem Auftreten des Hautausschlags ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch.

Wichtig: Masern können bereits übertragen werden, obwohl noch keine Symptome sichtbar sind. Die Inkubationszeit beträgt rund 9-12 Tage.  

Masern-Symptome - Fieber und Hautausschlag

Masern äußern sich durch typische Symptome. Auffällig ist der Verlauf in zwei aufeinanderfolgenden Stadien: das Vorläuferstadium, welches mit grippeähnlichen Symptomen einhergeht sowie das Stadium des Hautausschlags, welches durch charakteristische Hautveränderungen gekennzeichnet ist.

Typisch für Masern: zwei Fieberanstiege
Im Krankheitsverlauf zeigen sich zwei Fieberanstiege – zunächst während des Vorläuferstadiums. Darauf sinkt die Temperatur, um dann mit Auftreten des Hautauschlags erneut zu steigen.

Vorläuferstadium (Prodromalstadium)

Das Vorläuferstadium hält etwa drei bis vier Tage an und ist durch allgemeine Symptome gekennzeichnet. Unter anderem können auftreten:

      • trockener, bellender Husten
      • Schnupfen
      • Halsschmerzen
      • Bindehautentzündung mit Lichtscheu oder Augentränen
      • allgemeine Abgeschlagenheit
      • aufgedunsenes Gesicht
      • Kopf- und Bauchschmerzen
      • leichtes Fieber

Veränderungen an der Mundschleimhaut
Betroffen sind zunächst die Schleimhäute der Wangen, etwa ab dem zweiten bis dritten Tag der Masernerkrankung. Die dort auftretenden so genannten Koplik-Flecken äußern sich als weißliche und fest haftende Beläge, die ähnlich wie Kalkspritzer aussehen und von einem geröteten Hof umgeben sind. Etwa am dritten Tag der Erkrankung erfolgt eine Rötung der übrigen Mund- und Rachenschleimhaut.
Wichtig: Zunächst steigt das Fieber stark an, die Körpertemperatur sinkt zum Ende des Vorläuferstadiums dann jedoch wieder auf normale Werte.  

Masern© Stacy Barnett - FotoliaHauptstadium (Exanthemstadium)

Mit dem zweiten Fieberanstieg setzt das Exanthemstadium, das Stadium des Hautausschlags, ein. Die Beschwerden, die während des Vorläuferstadiums auftraten, verstärken sich. Zusätzlich zeigt sich nun der typische Masernausschlag:

      • als dunkelroter und großflächiger Hautausschlag
      • beginnend hinter den Ohren und im Gesicht
      • nach etwa drei Tagen breitet sich dieser auf Schultern, Rumpf sowie Armen und Beinen bis hin zu den Füßen aus
      • der Ausschlag hat die Form kleiner rosavioletter bis rötlicher Papeln
      • diese fließen zu unregelmäßig begrenzten und größeren Flecken und Rötungen zusammen
      • zum Teil befinden sich winzige Bläschen mittig der Papeln

Wichtig: Erreicht der Masernausschlag nach rund vier Tagen die Füße, geht für gewöhnlich auch das Fieber wieder zurück. Verläuft die Erkrankung ohne Komplikationen, erfolgt die Regeneration des Betroffenen, sobald der Hautausschlag zurückgeht.
Während der Ausschlag verblasst, kann es zu Hautschuppungen kommen. Die anderen Symptome verschwinden nach und nach, in der Regel dauert die Erholung etwa zwei Wochen.  

Stärkere Masern-Symptome bei Erwachsenen

Auch Erwachsene können an Masern erkranken, nämlich dann, wenn kein ausreichender Impfschutz besteht und die Krankheit zuvor noch nie aufgetreten ist. Die Symptome bei Erwachsenen sind für gewöhnlich dieselben wie bei Kindern. Jedoch haben Erwachsene meist mehr mit den Beschwerden zu kämpfen als Kinder, da Symptome im höheren Alter oftmals stärker ausgeprägt sind. Nicht selten kann es dabei auch zu Komplikationen kommen.

Trotz Impfung können Masern-Symptome auftreten
Auch, wenn eine vollständige Schutzimpfung in der Regel eine lebenslange Immunität gewährleistet, so kann nicht 100-prozentig ausgeschlossen werden, dennoch an Masern zu erkranken. Nach der ersten Schutzimpfung bilden sich bei etwa 85 bis 95 Prozent der Geimpften Antikörper, bei der zweiten Gabe steigt der Wert auf 99 Prozent. Die Erkrankungsrate ist zwar sehr gering, dennoch ist darauf zu achten, den Kontakt zu Personen, die an Masern erkrankt sind, zu meiden.

Auch die Impfung kann leichte Masern-Smptome hervorrufen
Nach der Schutzimpfung kann es zu Schmerzen, Schwellungen oder Rötungen um die Einstichstelle herum kommen. In selten Fällen kann eine so genannte leichte ‚Impfkrankheit‘ auftreten. Dabei können leichte masernartige Hautausschläge in Verbindung mit Fieber und in seltenen Fällen auch eine Schwellung der Ohrspeicheldrüse auftreten. Diese Erscheinungen verschwinden nach kurzer Zeit wieder und sind nicht ansteckend.

Risiken und Komplikationen

Masern können einen unterschiedlichen Verlauf nehmen. Während die Erkrankung in den meisten Fällen gut behandelt werden kann, kommt es in einigen Fällen zu Komplikationen. Wie der genaue Krankheitsverlauf aussieht, hängt immer davon ab, wie stark das Immunsystem des Betroffenen ist und wie schnell eine Behandlung erfolgt.

Komplikationen durch das Masernvirus

Folgende Komplikationen können durch das Masernvirus direkt verursacht werden:

      • Bronchitis
      • Lungenentzündung
      • Gehirnentzündung (Masernenzephalitis)

Eine Gehirnentzündung ist eine besonders schwerwiegende Komplikation, von der etwa einer von tausend Erkrankten betroffen ist. Diese kann wiederum folgende Komplikationen hervorrufen:

      • Krämpfe
      • Bewusstseinsstörungen
      • epileptische Anfälle
      • Lähmungen

Eine Masernenzephalitis heilt in vielen Fällen wieder vollständig aus, nur in wenigen Verläufen bleiben dauerhafte Hirnschäden zurück. Im schlimmsten Fall endet diese mit dem Tod.   

Komplikationen durch bakterielle Infektion

Eine Masernerkrankung schwächt das Immunsystem sehr stark, so dass es neben der eigentlichen Krankheit zu einer Parallel- oder Folgeerkrankung kommen kann. Diese wird durch Bakterien verursacht und man spricht von einer bakteriellen Superinfektion.

Folgende Komplikationen können durch die zusätzliche Infektion mit Bakterien auftreten:

      • geschwürige Entzündung der Mundschleimhaut
      • Hornhautentzündung am Auge
      • Mittelohrentzündung

Diese Komplikationen lassen sich je nach Bakterienart mit Antibiotika behandeln.

Behandlung - Nur symptomatisch möglich!

Ein Medikament, das die Masernviren bekämpft und somit die Ursache behandelt, gibt es nicht. Bei der Behandlung von Masern geht es vor allem darum, die unangenehmen Symptome der Erkrankung zu lindern.

Behandlung nach individuellen Beschwerden
Wichtig sind vor allem Bettruhe und ausreichende Schonung des Betroffenen. Um Symptome wie Fieber, Husten oder Schmerzen zu lindern, können Fiebermittel, Hustensaft oder Schmerzpräparate angewendet werden.

Eine zusätzliche Infektion mit Bakterien wird mit Antibiotika behandelt. Kommt es während der Erkrankung zu schwerwiegenden Komplikationen, wird die Therapie im Krankenhaus fortgeführt.

Behandlung bei Erwachsenen ohne Masern-Impfung

Wurden Erwachsene nicht gegen Masern geimpft und erkranken, kann der Ausbruch der Erkrankung durch eine Impfung verhindert werden. Dieser Vorgang wird als Postexpositionsprophylaxe bezeichnet und kann bis zum vierten Tag nach der Ansteckung erfolgen.

Die passive Immunisierung ist eine weitere Möglichkeit für Betroffene, wenn kein ausreichender Impfschutz besteht. Hier bekommen Betroffene Antikörper injiziert und müssen diese nicht selbst bilden. Somit haben die Betroffenen einen sofortigen Schutz, der jedoch nur vorübergehend für einen bestimmten Zeitraum anhält.

Tipps für Eltern: Wie helfe ich meinem erkrankten Kind

Erkranken Kinder an Masern, können folgende Tipps für Eltern hilfreich sein:

      • Bettruhe ist sehr wichtig, damit sich das Kind ausruhen und schonen kann.
      • Um die Ansteckung anderer Personen zu vermeiden, sollte das Kind weder Kindergarten noch Schule besuchen. Zudem ist der Kontakt zu anderen Menschen zu meiden, die nicht gegen Masern geimpft sind.
      • Husten lindern: Bei Hustenreiz können hustenstillende Präparate hilfreich sein. Die Gabe ist zuvor jedoch unbedingt mit dem Arzt abzusprechen. Nächtliche feuchte Raumluft kann ebenfalls hilfreich sein – zum Beispiel mit einem feuchten Handtuch oder einem Becher Wasser auf der Heizung.
      • Fieber senken: Bei auftretendem Fieber sollte das Kind unbedingt viel trinken. Zudem können Wadenwickel helfen und nach Rücksprache mit dem Arzt auch Fieberzäpfchen gegeben werden.
      • Einige Kinder sind während der Erkrankung lichtempfindlich, zum Beispiel bei einer Bindehautentzündung. Hier sollte der Raum abgedunkelt und der direkte Lichteinfall vermieden werden.
      • Eltern sollten ihre Kinder während der Erkrankung genauer beobachten. Treten Symptome wie anhaltendes hohes Fieber, brennende lichtempfindliche Augen, Nackenschmerzen, Ohrenschmerzen oder starke Kopfschmerzen auf, ist unbedingt ein Arzt zu informieren.
      • Das Kind sollte sich auch nach der Erkrankung noch etwas schonen und auskurieren. Etwa ein bis zwei Wochen nach den Masern kann es dann wieder in den Kindergarten oder die Schule. Bis zum Abklingen der Symptome besteht noch hohe Ansteckungsgefahr.

Masern mit einer Impfung vorbeugen

Masern können mit einer Impfung vorgebeugt werden. Dabei empfiehlt die Ständige Impfkomission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts die Schutzimpfung für alle Altersklassen. Die STIKO geht davon aus, dass eine einmalige Impfung nicht ausreichend ist, ein vollständiger Impfschutz ist erst bei zweimaliger Masernimpfung wahrscheinlich.

Impfkalender

Bildnachweis:

Masern - Stacy Barnett - Fotolia.com

Stand: 25.10.16